3D Wurzelbehandlung

Innovative Endodontie ist dreidimensional.

Nur was man optimal sieht, kann man entsprechend behandeln. Daher ist moderne Endodontie ohne Operationsmikroskop nicht denkbar.

Ziel einer erfolgreichen endodontischen Therapie ist die vollständige Reinigung und Desinfektion mit anschliessendem bakteriendichtem Verschluss des Kanalsystems. Dies erfordert sehr viel Zeit und Geduld und ist auf die „Schnelle“ nicht zu machen.

Der Zahnarzt kann den Prozess stoppen, indem er die Bakterien komplett aus dem Zahn entfernt. Zuerst muss mit einem Bohrer eine Zugangsöffnung zur Pulpa durch die Krone präpariert werden. Das Arbeitsfeld wird mittels Kofferdam absolut trockengelegt. Dadurch wird verhindert, dass der Zahn durch Flüssigkeiten der Mundhöhle infiziert wird und dass Spülflüssigkeit oder Instrumente in den Mundraum gelangen.

Die Reinigung und Aufbereitung der Wurzelkanalsysteme stellen den entscheidenden Schritt der endodontischen Therapie dar. Die Reinigung dient dazu, das Wurzelkanalsystem von allen organischen Anteilen, antigen wirkenden Substanzen und Toxinen zu befreien. Durch den Einsatz spezieller Spüllösungen werden das organische Gewebe, Bakterien sowie toxische Substanzen im gesamten Wurzelkanalsystem aufgelöst. Mit mikrofeinen flexiblen Edelstahl-Feilen (teilweise bis zu 0,06 Millimeter fein!) oder mit rotierenden Nickel-Titan Systemen werden die Wurzelkanäle aufbereitet. Dabei werden Gewebereste entfernt und die Wurzelkanalsysteme entsprechend ihrer Anatomie dreidimensional erweitert und ausgeformt.

Zustand nach einer adäquaten Wurzelkanal- aufbereitung: optimal gereinigte Wurzelkanaloberfläche sowie Seitenkanäle.

Erst dann wird das Wurzelkanalsystem dreidimensional gefüllt. Für die Füllung verwenden wir erwärmte Guttapercha, ein dem Naturgummi verwandtes Material, in Kombination mit einem adhäsiven Zement. Diese von Dr. Herbert Schilder entwickelte Behandlungstechnik gewährleistet eine optimale Anpassung der Füllmasse - selbst in mikrofeine Ausbuchtungen, netzförmige Verbindungen und Seitenäste von Wurzelkanälen.

Um das gesamte Kanalsystem zu reinigen, benötigt der Zahnarzt eine Längenmessung der Wurzeln. Dies geschieht durch Röntgen-Messaufnahmen oder mittels eines elektronischen Impedanz-Messgeräts.

Frontzähne und sehr kleine Defekte in Molaren können oft mit einer adhäsiven Kunststoffüllung restauriert werden. Bei grossen Defekten, sollten die Zähne nach einer erfolgreichen endodontischen Behandlung unmittelbar mit einer Teilkrone oder Krone verstärkt werden.

Trotzdem heilen auch bei grösstem Aufwand apikale Granulome nicht komplett ab. Dann ist die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze nötig. In schlimmen Fällen jedoch ist es einfacher und weniger traumatisierend, den Zahn zu extrahieren und direkt durch ein Implantat zu ersetzen.