Die Erkrankung des Zahnhalteapparates, d.h. des Gewebes, das sich direkt am Zahn befindet (Zahnfleisch und Knochen) ist häufig Folge einer mangelnden Mundhygiene oder Folge schlecht sitzenden Zahnersatzes. Erst wenn ,,der Patient bzw. die Patientin" im Rahmen der Vorbehandlung (3-4 Prophylaxesitzungen) in der Lage ist, alle Zahnzwischenräume sauber zu halten, kann mit der eigentlichen Behandlung begonnen werden.

Die pathologischen Zahnfleisch- und Knochentaschen werden mit speziellen Instrumenten gereinigt. Dies geschieht mit Küretten (speziell geformte Handinstrumente) und mit ultraschallbetriebenen Geräten.

Bei Verdacht auf eine aggressive Parodontitis führen wir eine Keimbestimmung durch, um unter Umständen begleitend eine Antibiotikatherapie durchzuführen.

Von entscheidener Bedeutung für den Erfolg der Behandlung ist das Einsetzen einer intensiven häuslichen Mundhygiene vor und unmittelbar im Anschluß an die Behandlung. Dabei ist der Einsatz von Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen unerläßlich.

Prognose

Rechtzeitig behandelt kann einer Parodontitis fast immer Einhalt geboten werden, allerdings ist die Behandlung z.T. langwierig und immer stark von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Da es sich bei der Parodontits um eine bakterielle Erkrankung handelt, muß sich jeder Betroffene im Klaren sein, dass selbst nach erfolgreicher Beseitigung der Entzündung die Gefahr des Rückfalls fortbesteht.
Nach Beendigung der Therapie ist eine regelmäßige Nachsorge  in Form von professionellen Prophylaxesitzungen (3-4 mal pro Jahr) nötig, um einem erneuten Aufflammen der Entzündung frühest möglich entgegen zu wirken.

Unbehandelt führt die Parodontitis fast immer zu Zahnverlust und daraus resultierend funktionellen und ästhetischen Beeinträchtigungen.

Einfluss der Parodontitis auf den ganzen Körper

Wissenschaftliche Forschungen der jüngsten Vergangenheit haben Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Erkrankungen des Zahnfleischs und dem Gesamtorganismus ergeben, die häufiger als bei den bekannten Risikofaktoren wie Rauchen und erhöhten Cholesterinwerten zu

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Arteriosklerose
  • Untergewichtige Frühgeburten
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Typ II Diabetes (Altersdiabetes)


führen können.