Prophylaxe und Dentalhygiene ist die Basis aller zahnärztlichen Tätigkeit

Unsere Prophylaxeassistentinnen und zahnmedizinischen Fachangestellten nehmen sich für Ihre Individual-Prophylaxe viel Zeit, denn sie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für schöne Zähne, gesundes Zahnfleisch und den Langzeiterhalt unserer Restaurationen und deshalb eine der wichtigsten Säulen unsere Behandlungsstrategie.

Das Ziel der Prophylaxe ist die Vorbeugung vor Karies und Zahnfleisch-Erkrankungen (Parodontose). Karies und Zahnfleischerkrankungen sind überwiegend durch Bakterien bedingte Krankheiten, die durch eine systematische häusliche Mundhygiene und unterstützt durch professionelle Prophylaxe-Maßnahmen in der Zahnarztpraxis vermieden werden können.
Bei der professionellen Zahnreinigung werden auch die Bereiche, die einer häuslichen Zahnreinigung nicht oder nur in unzureichendem Maß zugänglich sind, gesäubert.
Das Hauptziel der professionellen und häuslichen Zahnreinigung ist die Reduzierung der harten und weichen Zahnbeläge (Plaque) als Träger der Karies und Parodontitis auslösenden Keime.

Die Vipeholm Studie beweist die Effizienz der professionellen Zahnreinigung:

Die Bausteine der Individualprophylaxe sind aus kariesprophylaktischer Sicht:

  • professionelle Zahnreinigung
  • Fluoridierung
  • Motivierung und Instruktion
  • Ernährungsberatung
  • Kariesrisikodiagnostik


Die Individualprophylaxe ist die effektivste Form der Kariesprävention. In den „Karlstad-Studien“ konnte von Axelsson et al. nachgewiesen werden, daß sich mit Individualprophylaxe die Karies vollkommen stoppen läßt. Erwachsene Patienten, die in einem Abstand von zunächst zwei und später drei Monaten zur Individualprophylaxe mit professioneller Zahnreinigung bestellt wurde, entwickelten in einem Zeitraum von sechs Jahren durchschnittlich nur 0,2 neue kariöse Läsionen (DMFS). In der Kontrollgruppe, die eine traditionelle zahnmedizinische Behandlung mit jährlicher Kontrolle und Füllungstherapie erfuhr, erhöhte sich im gleichen Zeitraum der DMFS um 14 . Die Effektivität des Prophylaxeprogrammes konnte auch nach 15jähriger Studiendauer nachgewiesen werden . Axelsson untersuchte die Wirkung der Individualprophylaxe auch bei Kindern, allerdings in einem Programm mit insgesamt 20 Sitzungen pro Jahr . Während eine prophylaktisch betreute Gruppe nach zwei Jahren durchschnittlich nur 0,19 neue kariöse Läsionen entwickelt hatte (DFS), war bei der Kontrollgruppe ein DMFS-Zuwachs von 6,07 zu beobachten. Zusammengerechnet hatten die 101 Kinder der Testgruppe nach zwei Jahren nur 19 neue Kavitäten entwickelt, die 91 Angehörigen der Kontrollgruppe dagegen 575 . Die beiden Gruppen waren folgenden Programmen unterzogen worden:

TestgruppeKontrollgruppe
  • Anfärben aller Zähne
  • professionelle Zahnreinigung Gummikelch und Zahnseide
  • nach Bedarf Mundhygiene unterweisung
  • Dauer einer Sitzung ca. 10 Minuten
  • monatliches überwachtes Zähneputzen
    jährliche Beratung über Mundhygiene und
    jährliche Behandlung

 

Jedes Kind der Kontrollgruppe verbrachte pro Jahr 2,3 Stunden zur Füllungstherapie beim Zahnarzt, die Angehörigen der Testgruppe mußten hingegen im Durchschnitt überhaupt nicht zum Zahnarzt, sondern lediglich 3 Stunden/Jahr zur Prophylaxehelferin.

Am Anfang der Behandlung steht der Befund.

Zuerst werden Ihre Zahnbeläge angefärbt. So kann Ihnen demonstriert werden, wo sich etwaige Schwachstellen Ihrer häuslichen Zahnpflege befinden.

Zuerst werden Ihre Zahnbeläge angefärbt. So kann Ihnen demonstriert werden, wo sich etwaige Schwachstellen Ihrer häuslichen Zahnpflege befinden.

Die Lokalisation der Beläge wird im Computer in ein Zahnschema eingetragen. Unsere Software kann auf Knopfdruck den Verschmutzungsgrad in % (Plaqueindex) berechnen. So werden Ihre häuslichen Reinigungsbemühungen messbar.

Dann werden die Zahnfleischtaschen gemessen. Pro Zahn gibt es 6 Messungen. Nur so kann die komplexe Architektur des Knochens um den Zahn erfasst werden. Taschentiefen bis 3 mm sind normal, sollte dieser Wert überschritten werden, liegt eine Parodontalerkrankung vor, die therapiert werden muss, um nicht in der Zukunft Zahnverlust zu riskieren.

Gleichzeitig mit der Taschenmessung werden die Blutungspunkte erfasst und in ein Schema eingetragen. Gesundes Zahnfleisch blutet bei der Sondierung nicht. Die Blutung ist ein deutliches Entzündungszeichen.
Das Ergebnis einer oder mehrerer Prophylaxesitzungen sollte ein niederer Plaque und Blutungsindex sein.

Nur so kann später sauber restaurativ gearbeitet werden und nur so kann eine lange Lebensdauer der Restauration garantiert werden.

Nur so kann im Falle einer therapierten Parodontalerkrankung ein Rückfall verhindert werden.

 

Bei der professionellen Reinigung verwendet die Prophylaxehelferin verschiedene spezielle Handinstrumente (Cüretten), Ultraschall, kleine Polierbürstchen und Hilfsmittel für Zahnzwischenraumpflege

Die Prophylaxeassistentin demonstriert Ihnen die Anwendung dieser Hilfsmittel für den häuslichen Gebrauch und überprüft in der Folgesitzung den Erfolg dieser Massnahmen.

Die nach wie vor beste Zahnputztechnik wurde in den 50-iger Jahren von Bass entwickelt:

Bass-Technik

Hierbei wird die Zahnbürste in einem Winkel von ungefähr 45° zur Zahnachse am Zahnfleischsaum angesetzt und in rüttelnden-kreisenden Bewegungen gegen das Zahnfleisch gedreht. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die Borsten mehr in die Zahnzwischenräume und in Richtung Zahnhals und Zahnfleischtasche rutschen und somit Plaque an den Problemzonen des Zahnes besser entfernt wird. Der Anpressdruck sollte so hoch sein, dass sich die Borstenenden leicht biegen.

Für je zwei Zähne sollte die Bewegung etwa 10-15mal durchgeführt werden. Auf der Kaufläche des Zahnes können kleine kreisende Bewegungen durchgeführt werden.

Basstechnik
Basstechnik
Basstechnik

Zuletzt werden die gereinigten Zähne mit einem Fluorid-Lack überzogen. Dieser schützt die Zahnoberflächen vor den kariogenen Attacken der Mundbakterien.
Gerne beraten wir Sie bezüglich der richtigen Zahnpflege daheim und erläutern Ihnen Verbesserungsvorschläge.

Eine professionelle Prophylaxesitzung sollten Sie, je nach Fall, zwischen 2 und 4 mal pro Jahr in Anspruch nehmen.